Bewilligte Projekte in der Förderlinie Freiräume im Jahr 2014

Die folgenden Projekte sind im Jahr 2014 zur Förderung ausgewählt worden.

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Hybride Bilder. Fotografische Techniken in den Wissenschaften seit 1800

Hybride Bilder. Fotografische Techniken in den Wissenschaften seit 1800

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Dr. Matthias Bruhn, Sara Hillnhütter

Die Tagung „Hybride Bilder“ soll die Frage beantworten, wie das Verfahren der Fotografie aus seinen unterschiedlichen Anwendungsformen heraus zum zentralen Medium wissenschaftlicher Forschung aufsteigen konnte. Ausgehend von der Hypothese, dass der Kollektivsingular „Fotografie“ eine Vielzahl von Praktiken und Funktionen der Vermessung, Beobachtung oder Reproduktion in sich vereint, soll im Rahmen der Veranstaltung erstmals umfassend untersucht werden, aus welchen bereits vorhandenen Techniken sich die Fotografie ergeben hat und zusammensetzt. Hierfür sollen Berliner Sammlungen innerhalb und außerhalb der Humboldt-Universität zusammengeführt und verglichen werden, in denen prominente Bestände wissenschaftlicher Fotografie jeweils um weitere Bildmedien (wie z.B. Zeichnungen, Abgüsse, Präparate, Druckgrafiken) ergänzt sind und in produktiver Konkurrenz zu diesen stehen.

history@the.net - digital cultures of history on the web

history@the.net - digital cultures of history on the web

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Dr. Jan Hecker-Stampehl

Die Monographie widmet sich spezifisch der Untersuchung von Strategien und Programmatiken für die Digitalisierung von kulturellem Erbe in Norwegen, Deutschland und Großbritannien im Vergleich. Im Mittelpunkt stehen Strategien von Akteuren wie Archiven, Museen und Bibliotheken bei der Bereitstellung und Vermittlung von digitalisierten Materialien, Diskurse über digitales kulturelles Erbe (auch zur Legitimierung der Institutionen und ihrer Vorgehensweise) sowie neue Formen der Kommunikation über Geschichte im Zeitalter des Web 2.0. Der komparative Ansatz soll klären, wie unterschiedliche kulturpolitische Agenden gesetzt werden und welchen Einfluss strukturelle Unterschiede (z.B. Organisation des Archivwesens) auf die Digitalisierungsvorhaben ausüben.

Dynamics of Change - agents, mechanisms and economics of social transformation in Amdo, P.R. China

Dynamics of Change - agents, mechanisms and economics of social transformation in Amdo, P.R. China

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Prof. Dr. Toni Huber

Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf dynamischen Veränderungsprozessen in der Amdo-tibetischen Gesellschaft, ihren internen dorfgemeinschaftlichen, aber auch staatlichen sozialen Strukturen, Traditionen und Lebensstrategien. Dabei werden auch überregionale sowie globale Einflüsse berücksichtigt und aufgegriffen. Die einzelnen Beiträge des Workshops werden ein repräsentatives Bild über die Dynamik der sozialen Transformation in der Amdo-Region darstellen. Der Workshop bietet die Möglichkeit, die einzelnen Forschungsschwerpunkte der Wissenschaftler_innen, die sich mit der Region Amdo (Teil der Provinzen Qinghai, Sichuan und Gansu der Volksrepublik China) befassen, gebündelt zu präsentieren und dabei den Fokus auf interdisziplinäre Schnittstellen der verschiedenen Studienbereiche zu legen.

Hidden Kosmos. Reconstructing Alexander von Humboldt’s »Kosmos-Lectures«

Hidden Kosmos. Reconstructing Alexander von Humboldt’s »Kosmos-Lectures«

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Prof. Dr. Christian Kassung

Im Wintersemester 1827/28 hielt Alexander von Humboldt an der Berliner Universität seine weltweit bekannten „Kosmos-Vorlesungen“. Diese werden in der Forschung als Meilenstein der Wissenschaftspopularisierung wahrgenommen und bilden die Grundlage für sein späteres großes Alterswerk ‚Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung’. Allerdings steht diese enorme Popularität des „Kosmos“ in radikalem Widerspruch zum Wissen über seine Entstehung: Erst jüngst wurden in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin die eigenhändigen Vorlesungsmanuskripte gefunden. Diese wurden von ihm über Jahre hinweg mit zahlreichen Notizen, Diktaten, Korrespondenz- und Publikationsfragmenten sowie Literaturhinweisen versehen und bilden so Humboldts verborgenes Datenarchiv. Aber auch die Nachschriften von Hörern sind ebenso wenig ediert und zugänglich wie das Briefnetzwerk, das Humboldt zeitlebens pflegte. Vor dem Hintergrund dieser extrem unsicheren Quellenlage möchte das Projekt „Hidden Kosmos“ die Vorlesungen als Forschungsfeld erstmals erschließen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der digitalen Verfügbarmachung der Nachschriften.

in Zusammenarbeit mit: Dominik Erdmann, Marius Hug, Christian Thomas
Website: http://www.culture.hu-berlin.de/hidden-kosmos

Altsprachlicher Erwachsenenunterricht an Universitäten

Altsprachlicher Erwachsenenunterricht an Universitäten

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Prof. Dr. Stefan Kipf

Der Fokus der altsprachlichen Fachdidaktik richtet sich in Forschung und Lehre auf die Schule. Der Unterricht mit Erwachsenen liegt bisher außerhalb wissenschaftlichen Interesses, obwohl eine Vielzahl Studierender Universitätskurse besucht, um beispielsweise das Latinum zu erwerben. Diese Forschungslücke ist u.a. dadurch zu erklären, dass bisher kein Berufsbild für diese Unterrichtstätigkeit existiert. Gleichzeitig ist die Unterrichtspraxis problembelastet: So ist Studierenden häufig nicht klar, warum ihnen der Erwerb des Latinums abverlangt wird.  Das Ziel des Projekts besteht darin, eine theoriegeleitete, historisch fundierte sowie empirisch gestützte Didaktik zu modellieren, die als explorative Grundlagenforschung den Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer und adressatengerechter Lehrmaterialien darstellt.

Internationale Konferenz „Grenzen ziehen, Grenzen überschreiten - Drawing Boundaries, Crossing Borders"

Internationale Konferenz „Grenzen ziehen, Grenzen überschreiten - Drawing Boundaries, Crossing Borders"

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Prof. Dr. Martin Klepper

Ausrichtung einer internationalen, interdisziplinären Tagung zu Comicforschung in Kooperation mit der Gesellschaft für Comicforschung und dem Berliner Kolloquium zur Comicforschung sowie dem Projekttutorium „Keine Grenzen. Der Comic in der interdisziplinären Forschung“. Die Tagung soll die Themenbereiche Intermedialität, Interdisziplinarität, Transnationalität, Transhumanität und weiter Aspekte des Grenzthemas um und im Comic beleuchten und neben den inhaltlichen, thematischen Analysen des Gegenstandes feststellen, welche Grenzen der Comic  hat, überschreitet, immer wieder auslotet und wie die erforschenden Disziplinen mit diesen Grenzen umgehen. Durch im Rahmen der Konferenz stattfindende Workshops, Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und Lesungen, sollen die Grenzen zwischen Forschung, Multiplikatoren, Schaffenden und Gesellschaft abgebaut werden.

Männerfreundschaft. Eine Literaturgeschichte

Männerfreundschaft. Eine Literaturgeschichte

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Prof. Dr. Andreas Kraß

Das Forschungsvorhaben umfasst die schriftliche Ausarbeitung einer Monographie mit dem Titel „Männerfreundschaft. Eine Literaturgeschichte“. Die Monographie untersucht die Literaturgeschichte der Männerfreundschaft von den Anfängen bis in die Gegenwart. Die Monographie deckt die Epochen der Antike, des Mittelalters, der frühen Neuzeit und der Moderne ab und widmet sich nicht nur der deutschen, sondern auch weiteren europäischen und nordamerikanischen Literaturen. Neben literarischen werden auch philosophische Texte einbezogen (Aristoteles, Cicero, Montaigne, Blanchot). Die ausgewählten Texte behandeln eine spezifische Redesituation, nämlich den Tod des einen Freundes als Anlass für den anderen Freund, über das Wesen der Freundschaft zu reflektieren. Die These lautet, dass die Gattung der Totenklage eine diskursive Lizenz für die emphatische Rede über die Männerfreundschaft darstellt. Im Weiteren geht es um die prekäre Spannung zwischen Freundschaft und Liebe, Intimität und Sexualität, die in allen literarischen und philosophischen Diskursen über die Männerfreundschaft eine zentrale Rolle spielt.

Staat machen. Der Wandel von Rechtsstaatlichkeit in der Antiterrorpolitik der 1970er und 1980er Jahre

Staat machen. Der Wandel von Rechtsstaatlichkeit in der Antiterrorpolitik der 1970er und 1980er Jahre

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Prof. Dr. Gabriele Metzler

Das Buchprojekt behandelt am Beispiel der Antiterrorpolitik der 1970er und 1980er Jahre, wie in westlichen liberalen Demokratien Rechtsstaatlichkeit verhandelt und hergestellt wird. In vergleichender Perspektive und mit Hilfe literatur- und theaterwissenschaftlicher Methoden wird untersucht, wie staatliche Akteure mit der Herausforderung durch unterschiedliche Typen politisch motivierter Gewalt umgingen. Moderne Staaten sind darauf aus, gegen den Terrorismus ihr Gewaltmonopol zu behaupten. Die westlichen Gesellschaften, die in jenen Jahren eine Welle politischer Gewalt erlebten, hatten indes noch mehr zur verteidigen. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die in allen westlichen Ländern nach 1945 eine Phase der Liberalisierung durchlief, wurden durch den Terrorismus herausgefordert; und sie wandelten sich in der Auseinandersetzung mit politisch motivierter Gewalt. Dieser Wandel ist es, der uns heute, da staatliche Terrorabwehr zu einem, wenn nicht dem zentralen Politikfeld geworden ist, als Historiker_innen besonders interessieren muss. Denn die westlichen Staaten fanden sich nach den Erfahrungen des Terrorismus nicht im Status quo ante wieder, sie hatten sich verändert, wie gezeigt wird: in ihrem Handlungsrepertoire, wohl auch in ihrem Selbstverständnis.

„Safety of the State“ und „Staatsschutz“. Politische Sicherheit in Großbritannien und Preußen, 1815-67

„Safety of the State“ und „Staatsschutz“. Politische Sicherheit in Großbritannien und Preußen, 1815-67

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Dr. Christoph Nübel

Die Regierungen Großbritanniens und Preußens sahen sich im 19. Jahrhundert einer revolutionären Bedrohung gegenüber, die sie als Gefahr für die Sicherheit des Staates begriffen und zu beherrschen suchten. In der Forschung wird die Restauration als Phase der Unterdrückung politischer Bewegungen beschrieben. Die These des Forschungsvorhabens lautet hingegen, dass der Kern der Regierungstechniken nicht Repression war. Stattdessen wurde eine innovative und flexible Sicherheitspolitik entwickelt, die den politischen Systemen beider Staaten während des 19. Jahrhunderts Stabilität verlieh. Mit diesem Schwerpunkt verbindet das Projekt Ansätze der neueren Sicherheits- und Emotionengeschichte mit dem Konzept der Gouvernementalität.

Die Sicherheitspolitik lässt sich auf zwei Ebenen nachverfolgen. Erstens verlangte der Sicherheitsdiskurs die Fähigkeit, Gefahren zu antizipieren und Zukunftserwartungen zu formulieren. Sicherheitspolitik bedeutete die Territorialisierung von Machtstrukturen und hat die Möglichkeiten der Informationssammlung und -verarbeitung erheblich erweitert. Zweitens zielte die Sicherheitspolitik auf die Bevölkerung, der ein destabilisierendes Potential zugemessen wurde. Die Machttechniken Disziplinierung und Kontrolle wurden von einer Sicherheitspolitik ergänzt, die Reformen initiierte, Politik öffentlich verhandelte und den Staat damit legitimierte. Dadurch gelang es, einen stabilen Wandel der politischen Ordnung zu erreichen und einen Umsturz der traditionalen Machtstrukturen zu verhindern.

230 Jahre Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

230 Jahre Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

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Prof. Dr. Tobias Rosefeldt

Im Anschluss an die von der Spätaufklärung betriebenen Selbstreflexion, die 1784 zu Kants Aufsatz „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ führte, soll die Tagung den heutigen Status und die Relevanz der Aufklärung als historische Tradition und im weiteren Sinne als gesellschaftlich und wissenschaftlich wirksames Konzept untersuchen. Leitfaden ist das Konzept des „gemeinsamen Selbstdenkens“. Zentrale Fragen betreffen die damit geforderte Demokratisierung und Verbreitung von Wissen, freie Meinungsäußerung und Informiertheit für die Öffentlichkeit, als Voraussetzung individueller und kollektiver Beteiligung im Hinblick auf gesellschaftliche und politische Belange. Die Tagung, die von der Nachwuchsforschungsgruppe Russisch-Deutscher Philosophischer Kreis organisiert wird, verbindet Konferenz- und Workshopstruktur: neben Vorträgen renommierter internationaler Forschender verschiedener Disziplinen finden daran anknüpfende von Studierenden organisierte Diskussionen statt.

Re: work. Art and Reproduction

Re: work. Art and Reproduction

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M.A. Dorothea Walzer

Ausgehend von aktuellen Debatten um das Verhältnis von Kunst und Arbeit widmet sich das Projekt „Re: work. Art and Reproduction“, das zusammen mit Jenny Nachtigall (UCL) konzipiert ist, einem Bereich, der in der gegenwärtigen Fokussierung auf Produktion und Produktivität bisher weniger Beachtung gefunden hat. Gemeint ist hier der vermeintlich nicht-produktive Bereich der Reproduktion, in dem die Sicherung und Instandhaltung von Produktionskapazitäten und –vermögen gewährleistet wird. Der Kunst kommt hierbei eine zentrale Position zu, insofern sie traditionell, der Reproduktion vergleichbar, als eine Form von nicht-produktiver Tätigkeit verstanden wurde. Seit dem frühen 20. Jahrhundert bis heute gab es jedoch immer wieder Ansätze, sie als Arbeit zu perspektivieren. Mit der Frage, inwiefern das Aufkommen der Theorie und Praxis von Kunst als Arbeit mit Krisen der ökonomischen und sozialen Reproduktion korrespondiert und welche Funktion den Medien in dieser Entwicklung zukommt, möchte dieses Projekt in aktuelle Debatten intervenieren. Seminar, Workshop und Konferenz sollen die Basis für ein internationales Netzwerk legen, das die bestehenden Kooperationen zwischen der Humboldt-Universität zu Berlin, dem University College London und der Princeton University verstetigt.

Theologie der reformatorischen Bekenntnisschriften

Theologie der reformatorischen Bekenntnisschriften

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Prof. Dr. Notger Slenczka

Im Rahmen des Projektes soll eine Monographie zum Thema „Theologie der Reformatorischen Bekenntnisschriften“ entstehen, die die historisch höchst unterschiedlichen normativen Grundlagentexte, auf die sich die protestantischen Kirchen beziehen, mit einem methodisch und inhaltlich neuartigen Zugriff auf die Frage nach dem Verhältnis von autonom religiösem Vollzug und heteronomer Lehre hin analysiert. Dabei geht es darum, zu zeigen, dass die Texte missverstanden sind, wenn sie als heteronom begrenzende Norm des Glaubens ausgelegt werden; dass ihr Sinn vielmehr darin liegt, freies Lebensvertrauen zu ermöglichen. Dieser Vollzug des „freien Lebensvertrauens“ soll als Lebensform und als Wahrheitskriterium der Texte dargestellt und in seiner kulturprägenden Relevanz profiliert werden.

Rechtfertigungsdiskurse

Rechtfertigungsdiskurse

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Prof. Dr. Rolf Schieder

Das Forschungsvorhaben unternimmt den Versuch, mit Hilfe eines diskursanalytischen Verfahrens die Stellung, Bedeutung und Funktion des Begriffs „Rechtfertigung“ in den jeweiligen Fachdisziplinen zu erheben und zu fragen, ob es bei allen offensichtlichen Differenzen gemeinsame Grundthemen gibt, die Grundlagenfragen und Prinzipien thematisieren und über die Grenzen der jeweiligen Disziplinen hinausgehen. Anthropologische Grundfragen wie die nach der Instanz, der gegenüber der Mensch verantwortlich ist, nach dem Umgang mit Ungleichheit und Differenz, nach Gestalten elementarer Relationalität sowie die nach dem Umgang mit Schuld sollen dabei helfen, das diskursive Profil des Rechtfertigungsbegriffs neu zu beschreiben.

Das kulturelle Erbe der Berliner Sexualwissenschaft (1919-1933)

Das kulturelle Erbe der Berliner Sexualwissenschaft (1919-1933)

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Prof. Dr. Andreas Kraß

Das Projekt „Das kulturelle Erbe der Berliner Sexualwissenschaft (1919-1933)“ beinhaltet einen Workshop sowie eine Ausstellung. Der internationale und interdisziplinäre Workshop „Sammlungen zur Kulturgeschichte der Sexualität“ widmet sich der Geschichte der betreffenden Sammlungen und der angemessenen Formen ihrer heutigen Präsentation. Die von internationalen Nachwuchswissenschaftler_innen auf Basis des Workshops erarbeitete Ausstellung „Magnus Hirschfeld und Naomi Wilzig – Sammlungen zur Kulturgeschichte der Sexualität in Berlin (1919-1933) und Miami (2006-2015)“ wird ab Mai/Juni 2015 im Pergamon-Atrium gezeigt. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung am 14.05.2015 ist zugleich Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Todestag von Magnus Hirschfeld.

Die Stadt als Bild und Modell. Architektur-, kunst- und informationswissenschaftliche Untersuchung zur historischen Dokumentation der europäischen Stadt

Die Stadt als Bild und Modell. Architektur-, kunst- und informationswissenschaftliche Untersuchung zur historischen Dokumentation der europäischen Stadt

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Dr. Georg Schelbert

Das Projekt untersucht historische Darstellungsformen der Stadt, ihre wissensbezogenen Implikationen sowie die Möglichkeiten ihrer Repräsentation in digitalen Medien. Auf diese Weise blickt das Projekt in zwei Richtungen: Zum Einen untersucht es historische (im Wesentlichen frühneuzeitliche bis frühmoderne, d.h. dem Zeitraum von etwa 1500-1800 zuzuordnende) Abbildungs- und Dokumentationsstrategien hinsichtlich ihrer medialen Komplexität, etwa das Zusammenspiel von Stadtplänen, Beschreibungen, Veduten und Panoramen. Zum Anderen reflektiert es die Möglichkeiten der Darstellung sowohl der historischen und materiellen Gegebenheiten wie ihrer historischen Dokumentation in aktuellen digitalen Systemen.

Ausnahmeverfassungsrecht. Bausteine zu einer Verfassungsdogmatik der Krise

Ausnahmeverfassungsrecht. Bausteine zu einer Verfassungsdogmatik der Krise

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Prof. Dr. Anna-Bettina Kaiser, LL.M.

Krisen sind heute allgegenwärtig. Immer häufiger berufen sich politische Akteure auf existenzielle Ausnahmekonstellationen für das staatliche Gemeinwesen, um sich ihrer rechtlichen Bindungen entweder ganz zu entledigen oder um zumindest ein gelockertes Ausnahmerechtsregime anwenden zu können. Betroffen sind einerseits staatsorganisationsrechtliche Normen, andererseits auch Grundrechte, die in verfassungswidriger Weise beschränkt (zu) werden (drohen). Terroristische Anschläge am und nach dem 11.09.2001, aber auch Wirtschafts-, Finanz-, Euro-, Schulden- und Bankenkrise seien als bekannte Beispiele für Ernstfälle genannt, aufgrund derer vor allem Bundesregierung und Bundestag, aber auch die Organe der Europäischen Union wie Europäische Kommission und Europäische Zentralbank sich auf geschriebene oder ungeschriebene Ausnahmen berufen oder Sonderrecht erlassen. Alle diese Beispiele sind Anlass genug, sich intensiver mit krisenbedingten Ausnahmen im Recht auseinanderzusetzen.