Wissenschaftlicher Beirat

Der Wissenschaftliche Beirat wurde 2009 als Beratungsgremium des Präsidiums der Humboldt-Universität gegründet. Mit seiner Einrichtung setzt die Universitätsleitung die im Rahmen der letzten Runde des Exzellenzwettbewerbs geplante Erweiterung und Modernisierung externer Beratungsstrukturen für die Humboldt-Universität um.

Er unterstützt das Präsidium der Humboldt-Universität in allen Fragen, welche die Forschungsstrategie, die Profil- und Schwerpunktbildung sowie strategische Belange der Qualitätssicherung von Forschung und Nachwuchsförderung und der universitären Governance betreffen. Zudem begleitet der Wissenschaftliche Beirat die Projekte der Humboldt-Universität in der ersten und zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern und berät das Präsidium bei der Umsetzung der Maßnahmen des Zukunftskonzepts. Insbesondere bei der Planung, Gründung und Evaluation der Integrativen Forschungsinstitute (IRI) ist der Wissenschaftliche Beirat unterstützend tätig.

Für seine Beratungen mit der Universitätsleitung findet sich der Beirat in halbjährlichen Sitzungen an der Humboldt-Universität zusammen. Die derzeit insgesamt neun Mitglieder sind anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen sowie führende Expertinnen und Experten aus den Bereichen Hochschulleitung und Wissenschaftsmanagement.

Der Wissenschaftliche Beirat der Humboldt-Universität zu Berlin trauert um seinen Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhart von Graevenitz.

Prof. Dr. Ursula Gather

Prof. Dr. Ursula Gather

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Ursula Gather ist Rektorin der Technischen Universität Dortmund und Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten in Nordrhein-Westfalen.

Als Professorin für Mathematische Statistik und industrielle Anwendungen forschte sie zur statistischen Modellbildung und zu robusten Verfahren im Bereich der Qualitätssicherung und Statistik in der Industrie sowie über Methoden zum Online-Monitoring. Sie war Sprecherin des Sonderforschungsbereichs der DFG „Komplexitätsreduktion in multivarianten Datenstrukturen“ und Vorsitzende des Fachkollegiums Mathematik der DFG.

Ursula Gather wurde u. a. mit dem renommierten Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Förderpreis für junge Hochschullehrer ausgezeichnet. Internationale Gastprofessuren führten sie an mehrere Universitäten, wie die Yale University (USA).

Ursula Gather übernimmt zahlreiche Funktionen in Forschungsorganisationen, für ihr Wirken wurde sie vielfach geehrt, u.a. ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech), seit 2014 gewähltes Mitglied des Präsidiums. Im November 2014 wurde ihr die Ehrenauszeichnung „Bürgerin des Ruhrgebiets“ verliehen. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, hat Ursula Gather im Februar 2015 in das Hightech-Forum berufen, einen Beraterkreis zur Begleitung der Umsetzung und Weiterentwicklung der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

 

Dr. Annette Julius

Dr. Annette Julius

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Annette Julius ist seit September 2012 Generalsekretärin der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Zuvor war sie zwölf Jahre lang für den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) tätig – zunächst im Bereich Grundsatz und Strategie und später als Leiterin der Programmabteilung Nord in Bonn sowie des DAAD-Büros in Berlin. Ihr Lehrsamtsstudium in den Fächern Russisch, Englisch und Deutsch hat sie an der Universität zu Köln, der University of Dundee sowie am Puschkin-Institut in Moskau absolviert und anschließend über die zeitgenössische russische Schriftstellerin Lidija Čukovskaja promoviert. Nach Abschluss der Promotion war sie sechs Jahre lang wissenschaftliche Referentin beim Cusanuswerk, dem Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche.

Annette Julius ist Herausgeberin der zehnbändigen DAAD-Reihe „Die internationale Hochschule“ und Mitherausgeberin und -übersetzerin der Anthologie „Nur Sterne des Alls. Zeitgenössische russische Lyrik“.

Prof. Dr. Karin Lochte

Prof. Dr. Karin Lochte

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Karin Lochte ist seit 2007 Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft und Professorin für Biologische Ozeanographie an der Universität Bremen.

Sie studierte Biologie, Chemie und Meeresforschung in Hannover und an der University of Wales, wo sie 1985 in Meeresbiologie promovierte. Ihr Forschungsthema ist der mikrobielle Umsatz von Kohlenstoff und Stickstoff im Meer, der für die Konzentration von klimawirksamen Gasen in der Atmosphäre von Bedeutung ist. 1994 habilitierte sie sich an der Universität Bremen.

Karin Lochte ist in zahlreichen internationalen und nationalen Gremien tätig, u.a. als Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen, als Vizepräsidentin des Scientific Committee on Antarctic Research, sowie als Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und der acatech.

Dr. Inge Paulini

Dr. Inge Paulini

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Inge Paulini ist seit 2009 Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in Berlin. Sie arbeitet damit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit und in einem Feld das mit Themen wie Nachhaltigem Wirtschaften, Transformation zur klimaverträglichen Gesellschaft, Global Environmental Governance oder globaler Landnutzung große Relevanz für die Gestaltung zukünftiger Politik hat.

Nach dem Studium der Ökotrophologie und einem Master of Science in Nutrition (USA) promovierte sie zum Dr. rer. nat. Biologie. Von 1993 bis 2008 arbeitete sie im Umweltbundesamt, zuletzt als Leiterin der Grundsatzabteilung, in der u.a. Nachhaltigkeitsstrategien, Umweltrecht, -ökonomie und –planung sowie Umweltindikatoren wissenschaftlich bearbeitet wurden.

Frau Paulini ist Mitglied in einer Reihe von Beiräten und Gremien zur Thematik nachhaltige Entwicklung.

Prof. Dr. Jan-Michael Rost

Prof. Dr. Jan-Michael Rost

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Jan-Michael Rost ist Direktor am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme und Professor am Institut für Theoretische Physik der Technischen Universität Dresden. Er studierte Physik und Philosophie in München und Freiburg und promovierte 1990 ebenfalls an der Universität Freiburg in Physik. Dort folgte 1995 schließlich auch die Habilitation. Für seine herausragenden Leistungen als Nachwuchswissenschaftler wurde er 1996 mit dem Gerhard-Hess-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet.

Seit Februar 2012 ist Jan-Michael Rost ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

 

Dr. Christoph Schneider

Dr. Christoph Schneider

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Christoph Schneider ist seit 2006 als freiberuflicher Berater in der Wissenschaftsverwaltung tätig. Er studierte klassische Altertumswissenschaften und Altorientalistik in Lausanne, Cambridge, Paris und Köln. Nach seiner Promotion und mehrjähriger Tätigkeit an der Universität Konstanz wurde er 1973 als Leiter des Planungsreferats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) berufen.

Christoph Schneider war Gründungsbeauftragter für das Wissenschaftskolleg zu Berlin - Institute for Advanced Study und stand in den 1980er Jahren verschiedenen Referaten des Wissenschaftsrats vor. Von 1987 bis 2005 war er Leiter der Abteilung Fachliche Angelegenheiten der Forschungsförderung der DFG.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rüdiger Wehner

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rüdiger Wehner

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Rüdiger Wehner ist Professor für Neurobiologie am Zoologischen Institut der Universität Zürich. Er studierte Biologie und Chemie an der Universität Frankfurt a.M., wo er 1967 über ein sinnesphysiologisches Thema promovierte. Nach einem Research Fellowship an der Yale University wurde er 1974 Ordinarius an der Universität Zürich und war dort von 1986 bis 2005 Direktor des Zoologischen Instituts. Anschließend war er Emeritus Research Professor in Zürich. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Verhaltens- und Neurobiologie von Insekten.

Rüdiger Wehner ist darüber hinaus Foreign Honorary Member der American Academy of Arts and Sciences und der American Philosophical Society sowie Mitglied des österreichischen Wissenschaftsrats. Seit 2012 ist er zudem Fellow der International Society for Neuroethology.

Prof. Dr. Georg Winckler

Prof. Dr. Georg Winckler

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Georg Winckler war von 1999 bis 2011 Rektor der Universität Wien. Nach dem Studium an der Princeton University und der Universität Wien promovierte er 1968 an der Universität Wien, wo er 1978 zum Professor für Volkswirtschaftstheorie und Volkswirtschaftspolitik berufen wurde. Es folgten Gastprofessuren an Universitäten in Österreich, den USA und der Slowakei.

Von 2005 bis 2009 war Georg Winckler Präsident der European University Association; seit 2008 ist er Mitglied des Rats für den Europäischen Forschungsraum (ERAB) der Europäischen Kommission.

Prof. Dr. Birgitta Wolff

Prof. Dr. Birgitta Wolff

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Birgitta Wolff ist seit Anfang 2015 Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Internationales Management, lehrte zuvor von 2000 bis 2014 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Von 2002 bis 2010 diente sie dort als Prodekanin bzw. Dekanin ihrer Fakultät.

Nach Banklehre und Studium der Wirtschaftswissenschaft und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke folgten Promotion und Habilitation in München. Begleitet wurde das Studium von Aufenthalten in Melbourne und Paris. Ein Postdoc-Stipendium führte sie an die Harvard University, eine Gastprofessur nach Georgetown und ein Forschungssemester an die Stanford University. Gastvorlesungen hielt sie in Ungarn, der Tschechischen Republik, der Ukraine, in Russland, Brasilien und China. Rufe nach Wien, Münster, Bremen und Aachen lehnte sie ab. Ihre wissenschaftliche Arbeit adressiert Fragen der internationalen Unternehmensstrategie und des Personalmanagements.

Von 2010 bis 2013 diente sie zunächst als Kultusministerin, dann als Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in zwei Landesregierungen von Sachsen-Anhalt.

Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Theodor Rietschel

Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Theodor Rietschel

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beurlaubt

Ernst Th. Rietschel ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG) und war von 2005 bis 2010 Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. Er studierte Chemie in München und Freiburg und promovierte 1971 am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Nach einem Aufenthalt an der University of Minnesota und der Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut wurde er 1980 Professor für Immunchemie und Biochemische Mikrobiologie der Universität zu Lübeck. Im gleichen Jahr übernahm er auch das Direktorat des Leibniz-Zentrums für Medizin und Biowissenschaften.

Für seine Arbeit wurden Ernst Th. Rietschel bereits zahlreiche Auszeichnungen verliehen, darunter das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die Ehrendoktorwürde für Medizin der Université de Lausanne.