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Informationen

Sprecher (amtierend)

Prof. Dr. Konrad Polthier
Freie Universität Berlin

Sprecher HU

Prof. Dr. Jürg Kramer
Institut für Mathematik
Humboldt-Universität zu Berlin

Sprecher TU

Prof. John M. Sullivan
Technische Universität Berlin

Website

www.math-berlin.de

Humboldt-Universität zu Berlin - Exzellenzinitiative

Berlin Mathematical School

Man nehme folgende "Ingredienzien": drei leistungsstarke Mathematikinstitute, umtriebige Mathematikprofessorinnen und Mathematikprofessoren, die über ihre eigenen Universitätsgrenzen hinaus denken und das Beste aus ihrem Fach machen wollen. Heraus kommt dabei ein gut vernetzter Mathematikstandort, mit einem vielfältigen und exzellenten Angebot in Forschung und Lehre.

Aus diesem Geist heraus ist auch die Berlin Mathematical School (BMS) entstanden, mit dem Ziel, viel versprechende Nachwuchsmathematikerinnen und -mathematikern nach Berlin zu holen und ihnen ein ausgezeichnetes Angebot in der Graduiertenausbildung zu bieten. "Wir freuen uns, dass die Graduiertenschule nach Plan gut gestartet ist und sorgen mit allen Beteiligten dafür, dass das hohe Niveau gehalten wird", freuen sich die Initiatoren aus Humboldt-Universität, Freier Universität und Technischer Universität.

Video: "Mit Mathematik rechnen"

 

Zielgruppe der BMS sind Mathematikabsolventinnen und -absolventen mit Master- oder Bachelor-Abschluss, die in einem strukturierten und eng betreuten Programm promovieren wollen. Die BMS bietet deshalb eine Ausbildung in zwei Phasen, die die Stärken der deutschen Doktorandenausbildung mit den Vorzügen erfolgreicher US-Graduiertenschulen verbindet. So sieht das Konzept der Graduiertenschule aus: Phase I dauert drei bis vier Semester und bietet ein Vorlesungsprogramm in sieben Forschungsbereichen, die die Stärken der drei mathematischen Institute widerspiegeln. Dazu zählen Analysis, Geometrie und mathematische Physik, Algebra und Zahlentheorie, Stochastik und Finanzmathematik diskrete Mathematik und Optimierung, Visualisierung und Geometrieverarbeitung, numerische Mathematik und Scientific Computing sowie mathematische Modellierung und Angewandte Analysis.

In Phase I erhalten die Studierenden eine breite mathematische Bildung, die Basis für die zukünftige Spezialisierung ist. Die Veranstaltungen finden an den drei beteiligten Universitäten statt, an jeder Universität wird an unterschiedlichen Tagen unterrichtet. Ein Vorteil für die Absolventinnen und Absolventen der Phase I ist, dass sie, in Anlehnung an das US-Graduiertensystem, keinen Master machen müssen. Nach einer mündlichen Prüfung geht es gleich weiter in Phase II, die vier bis sechs Semester dauern soll. In der Regel forschen die Graduierten in einem der vier Berliner mathematischen Graduiertenkollegs oder in einer der zwei Berliner Internationalen Max Planck Research Schools, die mit der BMS kooperieren.

Mit Blick über den eigenen Tellerrand

Studentin Claudia Hein promoviert am Graduiertenkolleg "Stochastic Models of Complex Processes" (SMCP) und arbeitet an einem anwendungsorientierten Thema. Das Graduiertenkolleg vermittelt allgemeine Kenntnisse in der Stochastik und bietet eine spezialisierte Ausbildung in Gebieten der modernen Wahrscheinlichkeitstheorie. Ziel ist das Erlernen moderner mathematischer Techniken, um diese in konkreten Problemen aus Physik, Biologie, Klimatologie oder der Finanzwirtschaft einzusetzen. Dabei wird das Spektrum von Modellierung und theoretischer Modellanalyse bis zur numerischen Simulation und statistischen Regression abgedeckt. In ihrer Doktorarbeit möchte Claudia Hein mit Hilfe von mathematischen Modellen etwas über das Verhalten von Strompreisen herausfinden. Gelingt ihr das, so könnten sich beispielsweise Unternehmen mit Hilfe dieser Modelle besser gegen Schwankungen dieser Preise absichern. Den Grundstein für ihre Promotion hat die Mathematikerin schon während ihrer Diplomarbeit gelegt, die sie ebenfalls im Rahmen der BMS geschrieben hat. Grundlage ihrer Arbeit waren Klimadaten aus Eiskernbohrungen im grönländischen Eis, wo die Niederschläge vieler Tausend Jahre als Eisschichten übereinander liegen und Auskunft über die Klimageschichte der Erde geben können. Das mathematische Modell, das sie dabei kalibriert hat, will sie nun auf den Energiemarkt übertragen. Die Nachwuchswissenschaftlerin freut sich, dass sie bereits als Diplomandin ein anspruchsvolles Thema bearbeiten konnte und findet das Konzept der Schule allgemein sehr gut. "Der Blick über den eigenen Tellerrand wird durch Zusatzangebote wie den BMS-Fridays regelmäßig unterstützt", erklärt die Doktorandin. So trifft sich die mathematische Studentenschaft Berlins zum Diskutieren.

Chancengleichheit für Männer und Frauen

Frauen sind in der BMS, die jährlich im Schnitt 40 Doktorandinnen und Doktoranden aufnimmt, noch in der Minderheit, doch das soll nicht so bleiben. Die Verantwortlichen arbeiten daran, einen Anteil von derzeit 38 auf 50 Prozent bei Frauen wie ausländischen Studierenden zu erreichen. Denn neben wissenschaftlicher Exzellenz legt die Graduiertenschule auch Wert auf Chancengleichheit für Männer und Frauen und Internationalität. Damit sich die internationalen Studierenden in Berlin von Anfang an wohl fühlen und nicht wegen bürokratischer Hürden Zeit und Nerven verlieren, werden sie durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des One-Stop Office der BMS betreut. Es ist Anlaufstelle bei praktischen und administrativen Problemen, angefangen bei Angelegenheiten rund ums Visum über die Organisation von Sprachkursen bis zur Hilfe bei der Wohnungssuche. Dank der Förderung durch die Exzellenzinitiative kann die BMS etwa der Hälfte der Studierenden der Phase I und einem Viertel der Phase II Studierenden ein Stipendium gewähren. Zum Wohlfühlen tragen auch die "Lounges" bei, die an jeder Universität eingerichtet wurden und Studierende beider Phasen zu Treffen und Austausch einladen. Und die einladende und anregende Atmosphäre, die die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausstrahlen.

Zusammenfassung

"Mathematics as a Whole" ist einer der Leitgedanken der BMS - Mathematik ist nur als Ganzes effizient. Um einen Blick über die Spezialisierung hinaus zu bieten, finden während des Semesters zwei Mal monatlich die "BMS Fridays" an der Urania Berlin statt. Ob es um Mehrskalensysteme in der Klimaforschung oder um klassische Probleme der Zahlentheorie geht: Hier geben Mathematikerinnen und Mathematiker aus In- und Ausland Einblicke in große Zusammenhänge und in die neuesten Entwicklungen, hier wird leidenschaftlich diskutiert. In den Genuss eines besonderen "Bonbons" kommen Studentinnen: Im Rahmen der "Kovalevskaya-Lectures" stellen herausragende Mathematikerinnen aus In- und Ausland ihre Forschungsergebnisse vor. Dabei erfahren die Studentinnen auch viel darüber, wie wissenschaftliche Karrieren von Frauen funktionieren. Das Highlight eines jeden Jahres sind die BMS-Days, die das Jahrestreffen der mathematischen Community rund um die Berlin Mathematical School sind. Gäste sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende, aber auch die aktuellen Bewerberinnen und Bewerber, die hoffen, im jeweils kommenden Herbst ihr Studium an der BMS aufnehmen zu dürfen.

 

Beteiligte Institutionen

  • Freie Universität Berlin
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Technische Universität Berlin

Graduiertenkollegs

  • Arithmetic and Geometry
  • Analysis, Numerics and Optimization of Multiphase Problems
  • Stochastic Models of Complex Processes
  • Models for Discrete Structures

International Max Planck Research Schools

  • Computational Biology and Scientific Computing
  • Geometric Analysis, Gravitation and String Theory